Archiv für April 2010

Tatort Stadion 2 bei euch?

Nach der Eröffnung in Bremen steht ein Kurzbesuch in Hamburg auf dem Programm, danach geht es voraussichtlich im Juni in Leipzig weiter. Die genauen Tourdaten werden hier auf der Website zu finden sein.
Für Fangruppen, Vereine, Schulen, Unis, Fanprojekte, Museen oder sonstige Interessenten zukünftiger Ausstellungsorte haben wir einige Infos zusammengestellt. Schickt eine Mail an ausstellungg[a]aktive-fans.de, wenn ihr mehr wissen wollt.

Fußball ist politisch

Fußball ist politisch: Tatort Stadion 2 in Bremen eröffnet
Im Herzen Bremens, in der Unteren Rathaushalle, fand am gestrigen Donnerstag die feierliche Eröffnung der Ausstellung Tatort Stadion 2 statt. Rund 80 Besucherinnen und Besucher waren gekommen, um abends mit uns die neue Auflage der Wanderausstellung einzuweihen. Hinzu kamen am Nachmittag noch zahlreiche interessierte Bremen-Touristen, die sich durch das Ausstellungsplakat vom Besuch der Stadtmusikanten ablenken ließen, sowie einige Vertreter der Bremer Polizei, die – vor allem wegen Eröffnungsgast Karoline Linnert – in großer Zahl zur Bewachung abgestellt waren.

Für die über 20 Ausstellungstafeln sowie weitere Schauobjekte inklusive Videomaterial und einer mit Thor-Steinar-Kleidung ausstaffierten Schaufensterpuppe war die Rathaushalle ein perfekter Startpunkt in eine hoffentlich lange Reise durch viele Standorte. „Eine kluge und mutige, eine engagierte Ausstellung“, sah Karoline Linnert, 2. Bürgermeisterin von Bremen, die in Vertretung des Schirmherren, Bürgermeister Jens Böhrnsen, die Eröffnungsrede hielt. Sie betonte die Verdienste der Fans, der Vereine und des DFB im Kampf gegen Diskriminierung im Fußball.

Als Vertreter des SV Werder Bremen war Präsident Klaus-Dieter Fischer gekommen, der die Verdienste seines Vereins ausführlich schilderte. „Dass die Ausstellung hier in Bremen startet, ist für uns selbstverständlich. Für uns ist es ein Muss, das zu zeigen, weil wir uns gemeinsam mit unseren Fans und unserem Fanprojekt gegen Rassismus, gegen Diskriminierung engagieren.“

„Es geht um die Gesellschaft, wenn wir über Fußball reden“
Für BAFF und die Werder-Fans gegen Diskriminierung bedankten sich Annika Hoffmann und Thomas Janßen bei den zahlreichen Unterstützer/innen und Sponsoren, ohne die Tatort Stadion 2 nicht möglich gewesen wäre. In ihrer Rede betonten die beiden die große Wirkung, die die erste Auflage der Ausstellung an ihren vielen Stationen in ganz Deutschland gehabt hatte. „Ich habe die Ausstellung 2003 in Bremen gesehen, da war ich gerade 17 und bin seit einem Jahr etwa zu Werder gegangen“, berichtet Thomas Janßen aus seiner persönlichen Fußballgeschichte. „Ich habe durch die Ausstellung erst richtig verstanden, dass es im Stadion um mehr geht nur um Fußball. Dass das auch ein Ort ist, sich politisch zu engagieren – gegen Diskriminierung.“

Der enge Bezug zwischen Fußball und Politik ist für BAFF von Anfang an entscheidend gewesen. Das Bündnis aktiver Fußballfans hat sich 1993 gegründet, um Themen wie Rassismus und Diskriminierung, aber auch den Kampf für Fanrechte, gegen Kommerzialisierung und Repression, auf die Tagesordnung zu setzen, erklärte Annika Hoffmann. Fußball ist untrennbar mit Politik und den Zuständen der Gesellschaft verknüpft – das ist auch eine zentrale Botschaft der Ausstellung Tatort Stadion 2: „Natürlich geht es um die Gesellschaft, wenn wir über Fußball reden.“

Das weitere Programm
Die Ausstellung Tatort Stadion 2 wird noch bis zum 29. April in der Unteren Rathaushalle von Bremen zu sehen sein. Sie ist täglich von 12 bis 19 Uhr geöffnet (bei Spielen des SV Werder schließt die Ausstellung 1½ Stunden vor Anpfiff). Vormittags sind auch Führungen für Schulklassen nach Vereinbarung möglich. Anfragen bitte an ausstellung[a]aktive-fans.de

Zwei Veranstaltungen stehen in Bremen auf dem Programm, die ebenfalls in den Ausstellungsräumen stattfinden:

Montag, 19. April, 19 Uhr:
„Antisemitismus beim Fußball“. Diskussionsveranstaltung mit Alex Feuerherdt

Montag, 26. April, 19 Uhr:
„Vor 65 Jahren: Wie Bremen befreit wurde und wie es weiterging“. Vortrag von Heinz-Gerd Hofschen, Abteilungsleiter für Stadtgeschichte am Focke-Museum – Bremer Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte

Nach dem Standort Bremen zieht Tatort Stadion 2 weiter. Über Anfragen für zukünftige Ausstellungsorte freuen wir uns.

Eröffnung

Am Donnerstag ist es so weit …
Tatort Stadion 2 wird in Bremen eröffnet. Wir freuen uns auf viele Premierenbesucherinnen und -besucher und sind gespannt auf erste Reaktionen. Erste visuelle Eindrücke von der Ausstellung könnt ihr in unserer Rubrik Material sammeln, die Bilder dürfen gerne für Berichterstattung und Werbung verwendet werden.

Hier unsere Pressemitteilung zur Eröffnung:
Am Donnerstag, den 15. April, findet um 19:00 Uhr in der Unteren Rathaushalle die feierliche Eröffnung der Wanderausstellung Tatort Stadion 2 – Fußball und Diskriminierung statt, zu der wir Sie alle herzlich einladen. Die Ausstellung wird bis zum 29. April täglich von 12 bis 19 Uhr zu sehen sein; sie wurde vom Bündnis aktiver Fußballfans (BAFF) erstellt und wird in Bremen von der Arbeitsgruppe Werderfans gegen Diskriminierung ausgerichtet.
Tatort Stadion 2 feiert in Bremen Premiere. Die Vorläuferin der Ausstellung wurde zwischen 2001 und 2006 an fast zweihundert Orten gezeigt. Sie leistete Pionierarbeit bei der öffentlichen Thematisierung von Diskriminierung im Fußball und sorgte für Wirbel, weil sie die unrühmliche Rolle des damaligen DFB-Präsidenten Gerhard Mayer-Vorfelder beleuchtete. Während des Gastspiels in Bremen im April 2003 wurde eine Schautafel über den rechtsradikalen Hintergrund der Bremer Hooliganband Kategorie C von Mitgliedern der Bremer Hooliganszene gestohlen.
Seit der ersten Tatort-Stadion-Ausstellung hat sich viel getan. Diskriminierung wird von vielen Vereinen und Fans, so auch beim SV Werder, mittlerweile endlich als Problem wahrgenommen und angegangen. Dennoch werden in deutschen Stadien nach wie vor allwöchentlich Menschen aufgrund ihrer Herkunft oder Hautfarbe beschimpft, antisemitische und antiziganistische Gesänge angestimmt oder Homosexuelle verunglimpft. Frauen haben es im „Männersport“ Fußball immer noch schwer, akzeptiert zu werden.
Die komplett überarbeitete Ausstellung Tatort Stadion 2 will informieren – sowohl über alltägliche Diskriminierung und Neonazi-Aktivitäten als auch darüber, was Fans dagegen tun.
Während die Ausstellung nachmittags für alle Besucherinnen und Besucher offen steht, werden vormittags Führungen für Schulklassen angeboten. Außerdem finden neben der feierlichen Eröffnung zwei weitere Abendveranstaltungen in der Unteren Rathaushalle statt, zu denen wir herzlich einladen:

Donnerstag, 15. April, 19 Uhr:
Feierliche Eröffnung mit Karoline Linnert (Bürgermeisterin und Senatorin für Finanzen), Klaus-Dieter Fischer (Präsident des SV Werder), Annika Hoffmann (Bündnis aktiver Fußballfans) und Thomas Janßen (Werder-Fans gegen Diskriminierung)

Montag, 19. April, 19 Uhr:
Diskussionsveranstaltung „Antisemitismus beim Fußball“, moderiert von Alex Feuerherdt

Montag, 26. April, 19 Uhr:
„Vor 65 Jahren: Wie Bremen befreit wurde und wie es weiterging“: Vortrag von Heinz-Gerd Hofschen, Abteilungsleiter für Stadtgeschichte am Focke-Museum

Öffnungszeiten der Ausstellung: 15. bis 29. April 2010, täglich 12 bis 19 Uhr (bei Spielen des SV Werder schließt die Ausstellung 1½ Stunden vor Anpfiff).