Fußball ist politisch

Fußball ist politisch: Tatort Stadion 2 in Bremen eröffnet
Im Herzen Bremens, in der Unteren Rathaushalle, fand am gestrigen Donnerstag die feierliche Eröffnung der Ausstellung Tatort Stadion 2 statt. Rund 80 Besucherinnen und Besucher waren gekommen, um abends mit uns die neue Auflage der Wanderausstellung einzuweihen. Hinzu kamen am Nachmittag noch zahlreiche interessierte Bremen-Touristen, die sich durch das Ausstellungsplakat vom Besuch der Stadtmusikanten ablenken ließen, sowie einige Vertreter der Bremer Polizei, die – vor allem wegen Eröffnungsgast Karoline Linnert – in großer Zahl zur Bewachung abgestellt waren.

Für die über 20 Ausstellungstafeln sowie weitere Schauobjekte inklusive Videomaterial und einer mit Thor-Steinar-Kleidung ausstaffierten Schaufensterpuppe war die Rathaushalle ein perfekter Startpunkt in eine hoffentlich lange Reise durch viele Standorte. „Eine kluge und mutige, eine engagierte Ausstellung“, sah Karoline Linnert, 2. Bürgermeisterin von Bremen, die in Vertretung des Schirmherren, Bürgermeister Jens Böhrnsen, die Eröffnungsrede hielt. Sie betonte die Verdienste der Fans, der Vereine und des DFB im Kampf gegen Diskriminierung im Fußball.

Als Vertreter des SV Werder Bremen war Präsident Klaus-Dieter Fischer gekommen, der die Verdienste seines Vereins ausführlich schilderte. „Dass die Ausstellung hier in Bremen startet, ist für uns selbstverständlich. Für uns ist es ein Muss, das zu zeigen, weil wir uns gemeinsam mit unseren Fans und unserem Fanprojekt gegen Rassismus, gegen Diskriminierung engagieren.“

„Es geht um die Gesellschaft, wenn wir über Fußball reden“
Für BAFF und die Werder-Fans gegen Diskriminierung bedankten sich Annika Hoffmann und Thomas Janßen bei den zahlreichen Unterstützer/innen und Sponsoren, ohne die Tatort Stadion 2 nicht möglich gewesen wäre. In ihrer Rede betonten die beiden die große Wirkung, die die erste Auflage der Ausstellung an ihren vielen Stationen in ganz Deutschland gehabt hatte. „Ich habe die Ausstellung 2003 in Bremen gesehen, da war ich gerade 17 und bin seit einem Jahr etwa zu Werder gegangen“, berichtet Thomas Janßen aus seiner persönlichen Fußballgeschichte. „Ich habe durch die Ausstellung erst richtig verstanden, dass es im Stadion um mehr geht nur um Fußball. Dass das auch ein Ort ist, sich politisch zu engagieren – gegen Diskriminierung.“

Der enge Bezug zwischen Fußball und Politik ist für BAFF von Anfang an entscheidend gewesen. Das Bündnis aktiver Fußballfans hat sich 1993 gegründet, um Themen wie Rassismus und Diskriminierung, aber auch den Kampf für Fanrechte, gegen Kommerzialisierung und Repression, auf die Tagesordnung zu setzen, erklärte Annika Hoffmann. Fußball ist untrennbar mit Politik und den Zuständen der Gesellschaft verknüpft – das ist auch eine zentrale Botschaft der Ausstellung Tatort Stadion 2: „Natürlich geht es um die Gesellschaft, wenn wir über Fußball reden.“

Das weitere Programm
Die Ausstellung Tatort Stadion 2 wird noch bis zum 29. April in der Unteren Rathaushalle von Bremen zu sehen sein. Sie ist täglich von 12 bis 19 Uhr geöffnet (bei Spielen des SV Werder schließt die Ausstellung 1½ Stunden vor Anpfiff). Vormittags sind auch Führungen für Schulklassen nach Vereinbarung möglich. Anfragen bitte an ausstellung[a]aktive-fans.de

Zwei Veranstaltungen stehen in Bremen auf dem Programm, die ebenfalls in den Ausstellungsräumen stattfinden:

Montag, 19. April, 19 Uhr:
„Antisemitismus beim Fußball“. Diskussionsveranstaltung mit Alex Feuerherdt

Montag, 26. April, 19 Uhr:
„Vor 65 Jahren: Wie Bremen befreit wurde und wie es weiterging“. Vortrag von Heinz-Gerd Hofschen, Abteilungsleiter für Stadtgeschichte am Focke-Museum – Bremer Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte

Nach dem Standort Bremen zieht Tatort Stadion 2 weiter. Über Anfragen für zukünftige Ausstellungsorte freuen wir uns.


1 Antwort auf „Fußball ist politisch“


  1. 1 Administrator 21. April 2010 um 17:29 Uhr

    ups, da haben wir aus Versehen hier Kommentare gelösht. So sorry. Wenn ihr nicht was gepostet habt, was wir auch mit Absicht löschen würdet, bitte noch mal versuchen.

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