Archiv für Juli 2011

Servus München, wir sagen Danke!

Wir blicken zurück auf zwei Wochen Tatort Stadion 2 in München und sagen Danke!

Die Löwenfans gegen Rechts waren wunderbare Gastgeber_innen unserer Ausstellung. Ihre monatelangen Vorbereitungen und Mühen wurden belohnt von den vielen Besucher_innen, die sich in entspannter Atmosphäre im Farbenladen informieren konnten und die Gelegenheiten zur Diskussion ausgiebig nutzten.

Besonderen Wert hatten unsere weiß-blauen Freund_innen auf die Themenabende gelegt. Es gab spannende, manchmal auch kontroverse Podiumsdiskussionen, informative Vorträge und Autorengespräche sowie Filmvorführungen. Das Publikum dieser gut besuchten Veranstaltungen war keines, denn jeder Abend wurde durch Fragen oder eigene Beiträge der Anwesenden bereichert. So einen lebhaften Austausch über Themen rund um Fußball und Diskriminierung wünschen wir uns. Besonders in München war auch, dass durch das Angebot von Führungen so viele Schulklassen die Ausstellung besucht und sich so interessiert gezeigt haben. Danke.

Bevor Tatort Stadion 2 weiterzieht nach Babelsberg, haben die Löwenfans gegen Rechts das letzte Wort:

Eine wichtige Ausstellung, die uns hier in München gezeigt hat, dass diese Themen nicht nur interessieren, sondern auch mitgenommen werden. Viele Schulklassen haben die Themen mit in den Unterricht genommen. Durch den regen Besuch der Ausstellung tagsüber und der verschiedenen Abendveranstaltungen wurden die Themen der Ausstellung vertieft. Auch vereinsübergreifend war ein friedliches und austauschfreudiges Miteinander zu spüren.

In München selbst sind Repression und Neonazis Schwerpunktthemen, daher haben wir mit unserem Rahmenprogramm versucht, diese Themen stärker hervorzuheben. Das Rahmenprogramm selbst war für uns hier in München die größte Anstrengung, die uns aber – zumindest was den Besuch der Veranstaltungen angeht – auch gelungen zu sein scheint.

Wir danken BAFF für die hervorragende Ausstellung. Und wir danken all unseren Unterstützern sowie dem DFB für den Julius Hirsch-Preis, denn ohne die finanzielle, sowie tatkräftige Hilfe durch unsere Unterstützer hätten wir das alles nicht stemmen können. Prima, dass diese Bündnisse in München so gut funktionieren, ein Zeichen, dass sich ehrenamtliches Arbeiten lohnt!

Kurze Sommerpause

Nach der erfolgreichen Station in München machen wir jetzt eine kurze Sommerpause und widmen uns dem DFB Pokal. Ab dem 27. August wird Tatort Stadion dann in Babelsberg zu sehen sein.

München startet nochmal durch

Viele Besucher_innen, Führungen für Schulklassen und andere Gruppen, tolle Veranstaltungen mit intensiven Diskussionen und einmal sogar mit Gesang – es war schon einiges los bei der Münchner Station von Tatort Stadion 2.

In ihrer zweiten Woche starten die lokalen Veranstalter_innen von den Löwenfans gegen Rechts mit ihren Partnerorganisationen noch einmal richtig durch. Jeden Abend eine Veranstaltung, allesamt interessant. Die Woche beginnt mit zwei Podiumsdiskussionen.

Am heutigen Montag heißt das Thema „Sport und Unterwanderung von Rechts“. Dr. Rainer Koch (Präsident des BFV), Ronny Blaschke (Journalist), Hermann Brem (Die Grünen) und Ulla Hoppen (Löwen gegen Rechts) diskutieren die Strategien von Neonazis und wie Engagement dagegen aussehen kann und soll. Moderiert wird die Runde von Thies Marsen (Journalist).

„Bürgerrechte auch für Fußballfans?“ ist die Frage, die am Dienstag sicherlich lebhaft diskutiert werden wird, und zwar von Marco Noli (Rechtsanwalt), Günter Krause (Fanprojekt München), Prof. Dr. Thomas Feltes (Ruhr-Universität Bochum, wissenschaftl. Beirat für Fanangelegenheiten der DFL) sowie einem Polizeivertreter. Der Journalist Christoph Ruf moderiert den Abend.

Bevor am Freitag das Abschlussfest im Hansa39 gefeiert wird, geht der Blick in zwei weiteren Veranstaltungen zurück auf die Geschichte des Münchner Fußballs.

Anton Löffelmeier („Die Löwen unterm Hakenkreuz“) und Dietrich Schulze-Marmeling („Der FC Bayern und seine Juden“) lesen aus ihren Büchern und stellen sich der Diskussion. Titel dieses Mittwochabends: „Der TSV 1860 und der FC Bayern in der NS-Zeit“.

Diskutiert werden darf auch am Donnerstag anlässlich der Vorführung von „Kick it like Kurt“, einem Film über Kurt Landauer, der als Jude von den Nazis verfolgt wurde und als langähriger Präsident für die Entwicklung des FC Bayern maßgeblich verantwortlich war. Die Regisseurin Nadine Filler und Protagonisten des Films freuen sich auf das Gespräch.

Alle Themenabende finden im Farbenladen beim Feierwerk statt und beginnen um 19h. Weitere Informationen gibt es hier und hier.

Video von der Eröffnung in München

Tatort Stadion 2 ist erfolgreich in München gestartet. 150 Besucher_innen nutzten die Gelegenheit, um bei der Eröffnungsveranstaltung einen ersten Blick auf die Ausstellung zu werfen. In verschiedenen Redebeiträgen und Grußworten wurde betont, wie wichtig das Engagement gegen Diskriminierung im Fußball ist. Dazu gab es in lockerer Atmosphäre Snacks und Musik. Eindrücke von der Eröffnung haben die Löwenfans gegen Rechts in einem sehenswerten Video gesammelt.

Am heutigen Dienstag findet der erste Themenabend statt. Der Journalist Michael Weiss informiert über „Versteckspiele“ – Sport und Unterwanderung von Rechts. Los geht es um 19 Uhr im Farbenladen. Mehr Informationen zu dieser und den weiteren Veranstaltungen gibt es hier und hier. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen!

Volles Programm in München

Tatort Stadion 2 zieht weiter, und zwar nach München. Dort ist die Ausstellung vom 10. bis 23. Juli im Farbenladen beim Feierwerk (Hansastraße 31) jeweils zwischen 15 Uhr und 20 Uhr zu sehen. Örtliche Veranstalter sind die Löwenfans gegen Rechts: Julius-Hirsch-Preisträger, langjährige BAFF-Mitglieder und Unterstützer unserer Ausstellung. Alle wichtigen Informationen zur Münchner Station sind auf der Seite der Löwenfans gegen Rechts sowie im Programmflyer zu finden.

Die Weiß-Blauen haben ein großartiges und sehr umfangreiches Rahmenprogramm auf die Beine gestellt. Los geht es mit der Eröffnung am Sonntag, den 10. Juli um 15 Uhr. Neben feierlichen Worten und der Möglichkeit, einen ersten Blick auf die Ausstellung zu werfen, gibt es Musik von „Bernswana“.

Dies sind die weiteren Themenabende:

Dienstag, 12. Juli 2011, 19.00 Uhr, Farbenladen:
„Versteckspiele“ – Themenabend Sport und Unterwanderung von Rechts
Mit Michael Weiss (Journalist)
Bis in die 1990er Jahre hinein traten extrem rechte Fans offen mit (Neo-) Nazi-Symbolik in den Stadien auf. Dann gab es mehrere Verbotswellen gegen neonazistische Parteien oder Organisationen. Seitdem fand bei rechten Gruppierungen eine Veränderung der Taktik statt. Nazistische Symbole und Inhalte werden nun vielfach über verschlüsselte Zeichen und Codes nach außen getragen. Das Versteckspiel ist kaum mehr zu durchschauen.

Donnerstag, 14. Juli 2011, 19.00 Uhr, Farbenladen:
„Die besten Frauen der Welt“ – Filmvorführung und Gespräch
Mit Britta Becker (Regisseurin)
Britta Becker begleitet die Deutsche Fußballnationalmannschaftder Frauen auf ihrem Weg zum Titelgewinn 2007. Von den Trainingslagern im Juni 2007 bis zur Siegesfeier auf dem Frankfurter Römer schaut sie den Spielerinnen über die Schulter. Sie begleitet die Mannschaft bei den Freizeitaktivitäten und führt persönliche Gespräche mit den Spielerinnen. In diesen Interviewsequenzen erzählen die Spielerinnen über ihr Leben als Fußballerinnen und liefern dabei Hintergründe zum Frauenfußball.

Freitag, 15. Juli 2011, 19.00 Uhr, Farbenladen:
„Queerpass“ – Themenabend: Homosexuellenfeindlichkeit
Mit „Queerpass Bayern“ (Fanclub des FC Bayern) und Musik von den „Philhomonikern“ (Schwuler Chor München e.V.
„Du schwule Sau!“ ist jede Woche auf allen Fußballplätzen nicht zu überhören. Gemeint sind Schiedsrichter, gegnerische Spieler und die Fans des jeweils anderen Vereins. „Schwul“ gilt in dieser Welt als ein Schimpfwort. Erst seit einigen Jahren treten schwul-lesbische Fanclubs für die Rechte homosexueller und transidenter Menschen ein. Viele von ihnen haben sich in der Vereinigung „Queer Football Fanclubs“ (QFF) zusammengeschlossen und so europaweit vernetzt.

Montag, 18. Juli 2011, 19.00 Uhr, Farbenladen:
Podiumsdiskussion „Sport und Unterwanderung von Rechts“
Mit Dr. Rainer Koch (Präsident des BFV), Ronny Blaschke (Journalist), Hermann Brem (Die Grünen), Ulla Hoppen (Löwen gegen Rechts). Moderation: Thies Marsen (Journalist)
Neonazis zeigen sich nur noch selten offen im Stadion. Ihre Strategien zur Unterwanderung von Sportvereinen sind subtiler geworden. Durch verschlüsselte Codes auf Kleidung und Fanutensilien sind sie für einen Großteil der Stadienbesucher und die Verantwortlichen nicht ohne weiteres zu erkennen, aber nach wie vor präsent. Bei den Heimspielen des TSV 1860 München in der Arena versuchte zuletzt sogar ein stetig wachsender rechter Block, die Nordkurve stimmgewaltig zu dominieren. Wie weit das Engagement gegen Neo-Nazis im Fußball gehen soll, ist unter Vereinen, Fans, Ordnungskräften und der Polizei jedoch umstritten.

Dienstag, 19. Juli 2011, 19.00 Uhr, Farbenladen:
Podiumsdiskussion „Bürgerrechte auch für Fussballfans?“
Mit Marco Noli (Rechtsanwalt), Günter Krause (Fanprojekt München), Prof. Dr. Thomas Feltes (Ruhr-Universität Bochum, wissenschaftl. Beirat für Fanangelegenheiten der DFL), N.N. (Polizeivertreter). Moderation: Christoph Ruf (Journalist)
Heute geht es um die Sorgen und Nöte der Fans im besonderen Focus der Behörden: Einträge in die Datei „Gewalttäter Sport“ führen zu Stadion- und Ausreiseverboten, die Videoüberwachung wird perfektioniert und umstrittene Einsätze von Sondereinheiten der Polizei lassen den Ruf nach einer Kennzeichnungspflicht der Beamten und der Schaffung unabhängiger Ermittlungsorgane laut werden.

Mittwoch, 20. Juli 2011, 19.00 Uhr, Farbenladen:
Lesung und Diskussion „Der TSV 1860 und der FC Bayern in der NS-Zeit“
Mit Anton Löffelmeier (Historiker, Stadtarchiv München, „Die Löwen unterm Hakenkreuz“), Dietrich Schulze-Marmeling (Autor, Altenberge, „Der FC Bayern und seine Juden“). Moderation: Sylvia Schlund (Kreisjugendring München)
Schon bald nach der Machtübernahme im März 1933 begannen die Nationalsozialisten mit der Zerschlagung der Strukturen im deutschen Sport. Jüdische, kommunistische, sozialistische und wenige Jahre später auch konfessionelle Vereine und Verbände wurden verboten. Die übrigen Vereine wurden gleichgeschaltet, jüdische Mitglieder ausgeschlossen oder hinaus gedrängt. Gleichwohl blieben den Vereinen Handlungsspielräume. Die beiden großen Münchner Fußballvereine gingen in unterschiedlicher Weise damit um.

Donnerstag, 21. Juli 2011, 19.00 Uhr, Farbenladen:
Filmvorführung und Gespräch „Kick it like Kurt“
Mit Nadine Filler (Regisseurin) und Protagonisten
Der Jude Kurt Landauer (1886-1961) war lange Jahre Präsident des FC Bayern München. Unter seiner Führung entwickelt sich der Verein zu einem modernen und erfolgreichen Fußballclub. Am 22. März 1933 tritt er auf Druck der Nationalsozialisten „freiwillig“ von seinem Amt zurück, kann aber bei den Bayern weiterhin im Hintergrund wirken. Im Mai 1939 emigriert er in die Schweiz. Auf diese Weise überlebt er, vier seiner fünf Geschwister werden jedoch von den Nazis umgebracht. Nach Kriegsende kehrt er nach München zurück, übernimmt erneut den Vereinsvorsitz und legt die Grundlagen für den Neuaufbau.

Das Abschlussfest findet am 22. Juli im Hansa39 im Feierwerk statt. Die „Vorstadtkönige“ und „KuA“ spielen Musik.