Im Juli 2011 ist die Ausstellung in München zu Gast. Dort ist die Ausstellung vom 10. bis 23. Juli im Farbenladen beim Feierwerk (Hansastraße 31) jeweils zwischen 15 Uhr und 20 Uhr zu sehen. Örtliche Veranstalter sind die Löwenfans gegen Rechts: Julius-Hirsch-Preisträger, langjährige BAFF-Mitglieder und Unterstützer unserer Ausstellung. Alle wichtigen Informationen zur Münchner Station sind auf der Seite der Löwenfans gegen Rechts sowie im Programmflyer zu finden.

Die Weiß-Blauen haben ein großartiges und sehr umfangreiches Rahmenprogramm auf die Beine gestellt. Los geht es mit der Eröffnung am Sonntag, den 10. Juli um 15 Uhr. Neben feierlichen Worten und der Möglichkeit, einen ersten Blick auf die Ausstellung zu werfen, gibt es Musik von „Bernswana“.

Dies sind die weiteren Themenabende:

Dienstag, 12. Juli 2011, 19.00 Uhr, Farbenladen:
„Versteckspiele“ – Themenabend Sport und Unterwanderung von Rechts
Mit Michael Weiss (Journalist)
Bis in die 1990er Jahre hinein traten extrem rechte Fans offen mit (Neo-) Nazi-Symbolik in den Stadien auf. Dann gab es mehrere Verbotswellen gegen neonazistische Parteien oder Organisationen. Seitdem fand bei rechten Gruppierungen eine Veränderung der Taktik statt. Nazistische Symbole und Inhalte werden nun vielfach über verschlüsselte Zeichen und Codes nach außen getragen. Das Versteckspiel ist kaum mehr zu durchschauen.

Donnerstag, 14. Juli 2011, 19.00 Uhr, Farbenladen:
„Die besten Frauen der Welt“ – Filmvorführung und Gespräch
Mit Britta Becker (Regisseurin)
Britta Becker begleitet die Deutsche Fußballnationalmannschaftder Frauen auf ihrem Weg zum Titelgewinn 2007. Von den Trainingslagern im Juni 2007 bis zur Siegesfeier auf dem Frankfurter Römer schaut sie den Spielerinnen über die Schulter. Sie begleitet die Mannschaft bei den Freizeitaktivitäten und führt persönliche Gespräche mit den Spielerinnen. In diesen Interviewsequenzen erzählen die Spielerinnen über ihr Leben als Fußballerinnen und liefern dabei Hintergründe zum Frauenfußball.

Freitag, 15. Juli 2011, 19.00 Uhr, Farbenladen:
„Queerpass“ – Themenabend: Homosexuellenfeindlichkeit
Mit „Queerpass Bayern“ (Fanclub des FC Bayern) und Musik von den „Philhomonikern“ (Schwuler Chor München e.V.
„Du schwule Sau!“ ist jede Woche auf allen Fußballplätzen nicht zu überhören. Gemeint sind Schiedsrichter, gegnerische Spieler und die Fans des jeweils anderen Vereins. „Schwul“ gilt in dieser Welt als ein Schimpfwort. Erst seit einigen Jahren treten schwul-lesbische Fanclubs für die Rechte homosexueller und transidenter Menschen ein. Viele von ihnen haben sich in der Vereinigung „Queer Football Fanclubs“ (QFF) zusammengeschlossen und so europaweit vernetzt.

Montag, 18. Juli 2011, 19.00 Uhr, Farbenladen:
Podiumsdiskussion „Sport und Unterwanderung von Rechts“
Mit Dr. Rainer Koch (Präsident des BFV), Ronny Blaschke (Journalist), Hermann Brem (Die Grünen), Ulla Hoppen (Löwen gegen Rechts). Moderation: Thies Marsen (Journalist)
Neonazis zeigen sich nur noch selten offen im Stadion. Ihre Strategien zur Unterwanderung von Sportvereinen sind subtiler geworden. Durch verschlüsselte Codes auf Kleidung und Fanutensilien sind sie für einen Großteil der Stadienbesucher und die Verantwortlichen nicht ohne weiteres zu erkennen, aber nach wie vor präsent. Bei den Heimspielen des TSV 1860 München in der Arena versuchte zuletzt sogar ein stetig wachsender rechter Block, die Nordkurve stimmgewaltig zu dominieren. Wie weit das Engagement gegen Neo-Nazis im Fußball gehen soll, ist unter Vereinen, Fans, Ordnungskräften und der Polizei jedoch umstritten.

Dienstag, 19. Juli 2011, 19.00 Uhr, Farbenladen:
Podiumsdiskussion „Bürgerrechte auch für Fussballfans?“
Mit Marco Noli (Rechtsanwalt), Günter Krause (Fanprojekt München), Dr. Klaus Hahnzog (Verfassungsrichter), N.N. (Polizeivertreter). Moderation: Christoph Ruf (Journalist)
Heute geht es um die Sorgen und Nöte der Fans im besonderen Focus der Behörden: Einträge in die Datei „Gewalttäter Sport“ führen zu Stadion- und Ausreiseverboten, die Videoüberwachung wird perfektioniert und umstrittene Einsätze von Sondereinheiten der Polizei lassen den Ruf nach einer Kennzeichnungspflicht der Beamten und der Schaffung unabhängiger Ermittlungsorgane laut werden.

Mittwoch, 20. Juli 2011, 19.00 Uhr, Farbenladen:
Lesung und Diskussion „Der TSV 1860 und der FC Bayern in der NS-Zeit“
Mit Anton Löffelmeier (Historiker, Stadtarchiv München, „Die Löwen unterm Hakenkreuz“), Dietrich Schulze-Marmeling (Autor, Altenberge, „Der FC Bayern und seine Juden“). Moderation: Sylvia Schlund (Kreisjugendring München)
Schon bald nach der Machtübernahme im März 1933 begannen die Nationalsozialisten mit der Zerschlagung der Strukturen im deutschen Sport. Jüdische, kommunistische, sozialistische und wenige Jahre später auch konfessionelle Vereine und Verbände wurden verboten. Die übrigen Vereine wurden gleichgeschaltet, jüdische Mitglieder ausgeschlossen oder hinaus gedrängt. Gleichwohl blieben den Vereinen Handlungsspielräume. Die beiden großen Münchner Fußballvereine gingen in unterschiedlicher Weise damit um.

Donnerstag, 21. Juli 2011, 19.00 Uhr, Farbenladen:
Filmvorführung und Gespräch „Kick it like Kurt“
Mit Nadine Filler (Regisseurin) und Protagonisten
Der Jude Kurt Landauer (1886-1961) war lange Jahre Präsident des FC Bayern München. Unter seiner Führung entwickelt sich der Verein zu einem modernen und erfolgreichen Fußballclub. Am 22. März 1933 tritt er auf Druck der Nationalsozialisten „freiwillig“ von seinem Amt zurück, kann aber bei den Bayern weiterhin im Hintergrund wirken. Im Mai 1939 emigriert er in die Schweiz. Auf diese Weise überlebt er, vier seiner fünf Geschwister werden jedoch von den Nazis umgebracht. Nach Kriegsende kehrt er nach München zurück, übernimmt erneut den Vereinsvorsitz und legt die Grundlagen für den Neuaufbau.

Das Abschlussfest findet am 22. Juli im Hansa39 im Feierwerk statt. Die „Vorstadtkönige“ und „KuA“ spielen Musik.